Die Jagd auf neues Terrain hat begonnen

Als Franchisunternehmen ist PC-Spezialist ein Einzelkämpfer am Neuen Markt.nSeit dem IPO überzeugt die Gesellschaft mit stetigem Wachstum und guten Zahlen. Nun wird es langsam Zeit, sich international auszurichten.

Wie gelingt einer kleinen Start-up-Company mit wenig Kapitaleinsatz ein rasantes Wachstum? Franchising heißt das Zauberwort. Dabei werden Lizenzen vergeben, die es Existengründern erlauben, auf Namen und Know-how des Lizenzgebers zurückzugreifen. PC Spezialist vertreibt mit seinen Franchisenehmers: Computer und Zubehör. Eine viel versprechenden Strategie.

Das Unternehmen hat sich seit dem Börsengang im August 1999 gut entwickelt. Waren es im vergangenen Jahr noch knapp 7,5 Millionen Euro Umsatz, sollen sich die Erlöse in diesem Jahr auf 16,1 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Jahresüberschuss dürfte ebenso stark zulegen. „Probleme, dass wir die Planzahlen nicht einhalten, wird es nicht geben“, sagt Vorstand Frank Roebers. Die Zahlen sollten alleine durch organisches Wachstum erreicht werden. Akquisition sind nicht miteingerechnet. Das Gros der erlöse verbuch PC Spezialist noch im klassischen Franchise-Lizenzgeschäft. Wachstum verspricht in Zukunft die IT-kooperationsplanform Microtrend. In Deutschland gibt es runde 30.000 Marktteilnehmer. “ Ein Zehntel davon wollen wir abschöpfen“, so der Vorstand.

Mit diesem System lässt sich der IT-Handel organisieren und eine Einkaufsmacht bündeln. PC Spezialist erhält einen monatlichen Mitgliedsbeitrag und zusätzlich zwischen 0,4 und 0,6 Prozent Provision vom Einkaufsvolumen. Bis zum Halbjahr setzte die Gesellschaft damit rund 1,6 Millionen Euro um.

Ein wenig Internetphantasie wird dem Anleger auch geboten. In das neue Geschäftsfeld Virtuelle Distributiom setzt Roebers große Erwartungen. Die E-Commerce-Plattform vernetzt die Warenwirtschaftssysteme von Partnern und Lieferanten. Als erster Kandidat hat sich die Neuer-Markt-Firma IPC Archtee eingeklingt. Diese Handelsplattform verspricht günstigere einkaufkonditionen eine beschleunigte Bestellabwicklung und höhere Warenlimits. Ein Prozent des Umsatzes fließt in die Kassen der Bielefelder.

Um in Zukunft das starke Wachstum zu sichern, ist die Expansion ins Ausland nötig. Mit der Übernahme einer österreichischen IT-Kette im März 2000 ist der erste Schritt getan. Noch verfüge PC Spezialist über den gesamten Emissionerlös. Diesen will der Vorstand aber nicht unbedingt aufbrauchen. “ Wir sind auch bereit, mit eigenen Aktien zu zahlen“, so Roebers. Doch dafür ist ihm der gegenwertige Aktienkurs zu niedrig. Beim anstehenden Neunmonatsergebnis rechnen wir mit einer positiven Überraschung. Dies dürfte Schwung in den Aktienkurs bringen- ganz im Sinne des Vorstands.