PC-Primus strotzt vor Selbstbewusstsein

Zweistellig wachsen aus eigener Kraft

Frank Roebers hat die Strategie klar umrissen. »Wir wollen den europäischen IT-Markt gestalten, einen Außenum­satz von 10 Milliarden Mark kontrollieren«, verrät der Vorstandsspre­cher des Bielefelder Musterknaben im Neuen Markt, der Pc Spezialist Franchise AG. Die Vorzeichen sind gut: 1,5 Milliarden werden schon in diesem Jahr erreicht, die »Kriegskasse«, der Barmittelbestand, ist mit 23 Millionen Mark gut gefüllt und die Eigenkapitalquote der vor zehn Jahren gegründeten Aktiengesellschaft mit 58 Prozent prächtig.

Noch in diesem Jahr möchten die Bielefelder nach dem deut­schen und dem österreichischen als zweiten Auslandsmarkt Spa­nien erobern. Verträge für einen Megastore des Computeranbieters sind bereits unterzeichnet, die Räume werden gesucht. Favori­siert wird für weitere Expansion nach Auskunft Roebers allerdings Eigenständigkeit bei der Akquisi­tion: »Ein Firmenzukauf wie in Österreich hatte nicht den erhoff­ten Erfolg gebracht.«
Zur Hauptversammlung am 25. Juli gibt es für die Aktionäre zwei wichtige Themen. Nach dem Ausstieg von Andre Flottmann Ende 2000 wird zum 1. Juli Firmen­gründer Thomas Kruse aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln. Das dritte Vorstandsbüro wird zunächst nicht wieder besetzt. Dividende wird es für die Aktionäre auch für 2000 nicht geben. Der Überschuss wird, so Roebers, für weitere strategische Entscheidungen, zum Ausbau des »Klassenprimus« benötigt.
Den aktuellen Marktanteil von Pc Spezialist beziffert der Vorstand mit zwölf Prozent in Deutschland, wo nur in 34 Prozent aller Haushalte ein Computer steht – genug Raum für Expansi­on. Roebers: »Wir wollen in weni­gen Jahren 3000 bis 4000 Mitglie­der haben, davon 600 Franchise-­Nehmer, den großen Rest als Mitglieder in der Einkaufskoopera­tion Microtrend.« Bereits 2001 wird es mehr als 1000 Mitglieder geben Wachstum erwarten die Vorstände auch durch Sortiments­verlagerung. Über den Computer hinaus (37 Prozent des Geschäfts) sollen Digitalfotografie, Software und Mobilfunk wachsen.
Sorgen bereitet den Bielefeldern weiterhin, nicht ausreichend qua­lifiziertes Personal zu finden. Die geplante Expansion erfordert eine Verdopplung der bei knapp 50 liegenden Mitarbeiterzahl in der Zentrale im »Planet Media« ­besonders beim Franchising.
Die geplante Versechsfachung des Konzernumsatzes bis Ende 2002 begründet Roebers derweil nicht nur mit Selbstbewusstsein: »Der durchaus gesunde PC-Markt hat zwischenzeitlich bewiesen, dass Franchising optimale Bedin­gungen schafft. Filialsysteme wird es wohl in wenigen Jahren nicht mehr geben.«