Super: Testkauf bei PC Spezialist

Wieder einmal fallen die Preise, wieder einmal scheinen einige Werbestrategen auf viel Werbung für wenig Geräte zu setzen. Für den Testkauf in dieser Ausgabe interessiert uns zunächst ein Schnäppchen von Vobis - Fehlanzeige. Dann eins beim Media Markt - wieder nichts. SchlieBlich haben wir die Nase voll und gehen beim PC Spezialist einkaufen, natür­lich absolut anonym. Um es vorwegzunehmen: Es läuft super.

Wenn Intel einen neuen Prozessor bringt, haben Werbe­texter Hochkonjunktur: .. Komplett und billig", rumort es vom Denk­zettel," alles andere ist überholt", kontert der Media-Markt Prospekt. Uns lockt zunächst dìe Vobìs-Varì­ante: Eìn 400er-Celeron-PC inklusi­ve 15-Zoll-Monitor. HP Deskjet­Drucker, Plustek-Scanner fur knapp 1800 Mark.
Noch ìm Eingangsbereich des Su­perstores steht ein entsprechendes Werbeplakat. Drinnen geht's dann aber zìemlìch schnell - nicht nur mit der Kontaktaufnahme durch ei­nen Verkäufer: .Ausverkault!" .Wann kommt der Rechner wieder rein?" Schulterzucken. Wir gehen.

Bitte warten

Versuch Nummer zwei: Mittler­weile ìst es Miltag, wir stehen In einem Media Markt vor dem bewor­benen 500-MHz-Pentium-III-Rechner: Ein Passwortgeschützter Bìld­schirmschoner läuft, sonst tut sich wcnig. Kein Prospekt, keìne Verkäufer, nichts und niemand, der ei­nem mehr verraten könnte. Zwan­zig Mmuten später immer noch Fehlanzeige in Sachen Beratung. Dann die Chance: Ein kleines Grüppchen Kunden hat sich um den PIII-PC geschart. Alle wollen sìe dabei sein, als ein Verkäufer eine Kundin berät: "Höhere Gesamt­-Performance ... ". hören wir mit. " ... wird den Pentium II ablösen ... ", "bessere Spiel-Unterstützung .. " und so weiter.
Der Mann ist sichtlich im Stress, bemüht sìch aber trotzdem und scheint sogar was von PCs zu verstehen. Schade nur, dass mitten in der Beratung jemand der Zuhörer sein Handy mit elnem Megaphon verwechselt: "Ja. Hal­lo?" brüllt er. ".. Schön, dass du dich meldest ... " Da muss der Verkäufer plötzlich etwas holen und dìe Ver­sammlung verliert sich entnervt und leise schimpfend.
Um es kurz zu machen: Nicht auf den 500-MHz-III-PC hatten wir es eigenttlich abgesehen, die 800 Mark bìlligere Sìemens-Varian­te mit 450 MHz hatte es seìn sollen. Und von der ist weit und breit nichts zu sehen. "Sìe können ja vor­bestellen", rat uns eìn Verkäufer, den wir wenig später doch noch auftreiben: Rund zwei Dutzend gelb markierte Felder zeìgt er uns auf einem vorgedruckten Formular. Eine Handvoll davon sìnd bereìts angekreuzt. geliefert werde nächste Woche, sagt er und schaut uns Erwartungsvoll an.
Zu dem 500er PIII kann er uns aber gar nìchts sagen, immerhìn: Er weiß das Kennwort für den Bìld­schirmschoner, dann ist er weg. Übrig bleìben wir und eìn älterer Herr mìt offensichtlich mehr Ahnung. Er wolle sìch nämlich auch so einen Rechner kaufen, erzählt er, aber dìe Sache mìt der Pentium III -Seriennummer sei ihm doch ir­gendwie suspekt. Zwar habe er gelsen, dass man die doch noch ab­schalten könne "Aber so genau kann man das ja nie wissen." Wir widersprechen nicht.

Viel besser

Selber Tag, dritter Versuch: Wir betreten eìne PC-Spezialist-Filiale, schauen uns um - aber nicht lange:
Fast sofort ìst ein Verkäufer zur Stelle, fragt, was er für uns tun könne. "Einen PC verkaufen." Was wìr da­mit machen wollten? "Office, ein bisschen spielen, was gerade so anfällt." Eìne lockere, sympathische Unterhaltung entwickelt sìch, er fragt, wir antworten, und umge­kehrt: Ob zum Beispiel ein Penti­um-III-Rechner das Richtige wäre? Nein, das glaube er nìcht. Bei unse­ren Anforderungen wäre eìn .. klei­nerer" Prozessor sinnvoll, dafür aber hochwertigere Komponenten. Das leuchtet ein. Fünf Minuten später: Das Sondierungsgespräch ìst zu Ende. alle Beteiligten sitzen an ei­nem der drei Tische, dìe in dieser Filiale offensichtlich für Beratung re­serviert sind: Der Verkäufer tippt ein erstes Angebot zusammen. Er tut das weitgehend kommentarlos, wir verfolgen seine Eingaben neu­glerig auf dem Bìldschìrm. "..Ein AMD K6/2-400? Nicht besser Intel?" Das sei möglich, aber im Preis mache das nicht vìel, antwor­tet er und ändert testhalber das Angebot auf einen Celeron 400 ... 40 Mark mehr. O. k.?" ".. O. k."

Gut beraten

Dann geht es weiter: Kompo­nente für Komponente hakt er die Stückliste mit uns ab, beantwortet unsere Fragen geduldig und zeigt sìch dabeì sehr kompetent. ohne uns Dinge aufschwatzen zu wollen oder mit Fachbegriffen um sich zu werfen. Bei der Soundkarte rät er zur Soundblaster 16 inklusive einfacher Boxen - das reiche fur den An­fang. Es sei besser, in eìne größere Festplatte und eine gute Grafikkarte zu lnvestleren: So sei die Vìper V550, die er ausgewählt habe, zwar etwas teurer, dafür aber gut, und sìe würde seìner Erfahrung nach ìm laufenden Betrìeb am wenìgsten Ärger machen. Nur das Biostar-Lx­Board verdirbt in Sachen Aufrüst­barkeit das gute Bild, finden wìr, sagen aber nichts. Stattdessen die Fra­ge, wie lange es denn dauem wür­de, bis der Rechner fertìg sei. ".. Wenn Sie es eilig haben, bis heute ebend", so seine Antwort. Dann will er sìch aber doch noch in der Technik rück­versìchern und verschwindet kurz. Wenig später: Gerade wollen wir auf das Board zu sprechen kommen, da bringt er das Thema selbst zur
Sprache. Da habe er was übersehen, hebt er an. Es wäre besser, doch ein BX-Board zu verwenden. Das würde das Gerät zwar etwas teurer machen, aber dafür könne man später auf einen schnelleren Prozessor aufrüsten. Das finden wir richtig gut und akzeptieren.

Guter Start

Zwei Tage später: Wir holen den Rechner ab und bauen auf: Keine Probleme. Die Rückseite ist sauber beschriftet, und auch ein Netzschalter ist vorhanden. Einschalten, der PC bootet sauber hoch, und Windowa ist tatsächlich wie versprochen komplett vorinstalliert und konfiguriert. Keine Eingabe irgendwelcher Seriennummern, die Treiber sind da, wo sie hingehören, und auch der Gerätemanager zeigt null Probleme-einfach wunderbar. Keine fünf Minuten dauert es, dann ist der PC startklar.

Ordentliche Leistung

Flott- anders kann man den PC kaum beschreiben. In so gut wie jeder Disziplin erreicht der Rechner für seine Leistungsklasse gute bis sehr gute Werte, vor allem bei den Grafik-Benchmark-Ergebnissen: So schafft unser System im 3D Win-Mark 99 hervoragende 462 Punkte und schlägt damit sogar das PC-DIREKT-Referenzsystem, das ebenfalls auf TNT-Basis arbeitet. Ebenfalls gut, aber nicht ganz so spektakulär: Das Ergebniss des Business Graphics Win-Mark 99 mit 175 Punkten. Das liegt zwar 16 Punkte unter unserem Referenzwert, aber subjektiv dürfte sich das beim Arbeiten zum Beispiel mit Office-Paketen kaum bis gar nicht bemerkbar machen.

Etwas schneller hätten wir uns dagegen die Festplatte gewünscht: Die 10,1 GByte-DTTA von IBM schafft 2390 Punkte im Business Disk Win-Mark 99, der Transfertest von 12700 und außen 7300 Byte pro Sekunde, die mittlerer Zugriffszeit beträgt 16 Millisekunden. Alles zusammengenommen ist das nicht unbedingt gut , aber eben auch nicht schlecht - für die Preis- und Leistungsklasse des rechners aber allemal in Ordnung, finden wir. Keine der Komponenten fällt aus dem Rahmen, die Gesamtleistung des Systems - gemessen mit dem Business Winstone 99- fällt dem zufolge ebenfalls nicht schlecht aus. Das Ergebnis: 18,6 Punkte (Zum Vergleich: AMD-K6-2/400- Systeme liegen meist um die 16 Punkte).

Sauber verkabelt

Der blick ins Innere darf natürlich ebenfalls nicht fehlen: Mainboard und Steckkarten sind auf einem Rack montiert, das sich herausziehen lässt - vorausgesetzt natürlich, man löst vorher die Frontblende, entfernt ein Seitenblech des Gehäuses und zieht zudem die Kabel von Festplatte, Diskettenlaufwerk und so weiter ab. Das Innenleben selbst macht einen aufgeräumten Eindruck, doch bei genauerem Hinsehen fällt dann doch ein kritischer Punkt ins Auge: CD-ROM-Laufwerk und Festplatte hängen zusammen an einem IDE-Port. Das spart dem Hersteller zwar ein zweites IDE-Kabel, kann aber dazu führen, dass die Festplattenleistung einbricht, wenn das System zur gleichen Zeit auf beide Komponenten zugreift. Positiv dagegen: Nicht gesparte hat man bei den RAM-Bausteinen. Statt der bei 64 MByte inzwischen fast üblichen zwei Modulen finden wir nur ein einziges.

Fazit: Ohne Übertreibung: Das war ein PC-Kauf, so wie wir ihn gern öfter erleben würden. Die Beratung ist ohne jede Abstriche zu empfehlen, der Rechner in seiner Leistungsklasse subjektiv wie objektiv brauchbar schnell, das System sauber vorinstalliert und konfiguriert-kurz, genau das, was wir wollen. Sicherlich: Über die Konfiguration und über die Frage, ob sie nun optimal ist, lässt sich streiten: Hätte zum Beispiel für einen Gelegenheitsspieler nicht eine etwas preiswertere und langsamere Grafikkarte gereicht? Hätte man dafür nicht bei der Festplatte etwas zulegen können? Wie dem auch sei: Als privatkunden wären wir mit dem , was wir bekommen haben, absolut zufrieden gewesen. Alles zusammen eine Empfehlung der redaktion, die wir an dieser Stelle zum ersten Mal aussprechen.

Super: Testkauf bei PC Spezialist
Super: Testkauf bei PC Spezialist